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Carl TĂŒrk
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Carl Adolph Georg Hermann TĂŒrk (* 28. September 1838 in Rostock; † 22. November 1890 in LĂŒbeck) war ein deutscher Arzt und Stadtphysicus.

Contents

‱ Leben
‱ Herkunft
‱ Laufbahn
‱ Familie
‱ Weblinks
‱ Literatur

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Leben

Herkunft

Carl TĂŒrk war ein Sohn des gleichnamigen Rostocker Rechtshistorikers und Professors Karl TĂŒrk und seiner (ersten) Frau Emma Sophia, geborene Brandenburg. Wegen Beteiligung an der Revolution 1848 wurde sein Vater nach vierjĂ€hriger Untersuchungshaft 1852 aus dem mecklenburgischen Dienst entlassen. Nachdem er an verschiedenen Stellen vergeblich versucht hatte, sich ein neues Wirkungsfeld zu verschaffen, ging er 1860 nach LĂŒbeck, wo er sich durch journalistische Arbeiten ernĂ€hrte.

Laufbahn

Carl besuchte zuerst die Große Stadtschule in Rostock, dann das Katharineum zu LĂŒbeck bis zum Abitur Michaelis 1856.cite-ref-1[1] TĂŒrk studierte Humanmedizin an der UniversitĂ€t Rostock,cite-ref-2[2] dissertierte in Breslau und erhielt in Berlin nach bestandener PrĂŒfung am 5. April 1862 seine Approbation und ließ sich in LĂŒbeck nieder. Hier wohnte er zuerst in der Königstraße 857 Höhe Aegidienstraße, von dort zog man ins Jakobi Quartier in die Breite Straße 787 und dann zurĂŒck in die Königstraße 667 Höhe Katharinenkirche. 1870 wurde die mittlere HĂŒxstraße 290 gezogen und drei Jahre danach die 331, welche spĂ€ter die Nr. 36 werden sollte. Hier blieb man.

Als 1866 der bisherige Oberarzt, Emil Cordes, des LĂŒbeckischen Kontingentes der Oldenburgisch-Hanseatischen Brigade aus seiner Stellung ausschied, trat er in dieselbe ein und bekleidete das Amt eines Stabs- und Bataillonsarztes.

Mit ihrem Beitritt zum Norddeutschen Bundes wurden die Bundeskontingente der Freien HansestĂ€dte aufgelöst. Hamburg verlor mit dem 15. Mai 1867 seine eigene Wehrhoheit und musste als Friedensgarnison zwei Bataillone aufnehmen. Am 1. Oktober 1867 wurden gemĂ€ĂŸ einer Konvention vom 27. Juni 1867 Mannschaften und Unteroffiziere der aufgelösten Regimenter Hamburgs (des StadtmilitĂ€rs in Garnison) und LĂŒbecks in das neue Regiment, es war das 1866 in Bromberg formierte Infanterie-Regiment Nr. 76, ĂŒbernommen. Der Stab sowie die Musketierbataillone wurden 1867 nach Hamburg, das der FĂŒsiliere wurden nach LĂŒbeck verlegt. Den Soldaten dieses Stehenden Heeres wurde freigestellt, den Dienst bei der preußischen Armee fortzusetzen.cite-ref-3[3]

Am 7. November 1867 erhielt das Regiment, in dem TĂŒrk jetzt Bataillonsarzt war, die Benennung 2. Hanseatisches Infanterie-Regiment Nr. 76. Nach Dr. Beckers,cite-ref-4[4] Oberarzt der Garnison, im Februar 1868 erfolgter Versetzung trat TĂŒrk in dessen Funktionen. Am 21. September 1869 wurde mit dem Bau der Kaserne begonnen und am 29. Oktober 1870 deren Richtfest begangen. Auf dem GelĂ€nde der Waisenhofallee wurde zudem ein Lazarett in Form von neun Baracken fĂŒr MilitĂ€rkranke errichtet.cite-ref-5[5] Bereits kurz vor Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges war TĂŒrk als Delegierter des lĂŒbeckischen Zweigvereins zur Pflege verwundeter Krieger zu der Jahresversammlung des Hauptvereines am 18. Juni 1870 in Berlin gewesen.cite-ref-6[6] Als Stabsarzt und Leibarzt des Großherzogs Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerincite-ref-7[7] zog er in den Krieg. Nach dem KĂŒstenschutz erreichten sie am 1. September 1870 das Feld bei Metz. Dort ĂŒbernahm der Großherzog die FĂŒhrung des XIII. Armee-Korps und belagerte die Festung. Ab Ende Oktober belagerte man Paris und kĂ€mpfte anschließend als Armeegruppe des Großherzogs gegen die französische Loirearmee in der Schlacht bei Loigny und Poupry,cite-ref-8[8] OrlĂ©ans, Beaugency und Le Mans. FĂŒr seine großen Verdienste als Nichtkombattant im Kriege wurde er mit dem Eisernen Kreuz am weißen Band.cite-ref-9[9] ausgezeichnet. Erst als er im Juni 1871 aus Frankreich zurĂŒckgekehrt war, konnte er seine Ă€rztliche Praxis wieder aufnehmen.cite-ref-10[10] Seit 1872 war er Chefarzt im Garnison-Lazarett an der MĂŒhlenbrĂŒcke 869. Zum Ende des Jahres 1879, der Senat sollte TĂŒrk an Stelle des am 27. April 1879 verstorbenen Johann Heinrich Christoph Pabst zum 1. Januar 1880 zum Physikate berufen,cite-ref-11[11] wurde sein Abschiedsgesuch genehmigt. Unter der Verleihung des Charakters eines Oberstabsarztes II. Klasse stellte man ihn Ă  la suite des Regiments mit der gesetzlichen Pension zur Disposition.cite-ref-12[12]

TĂŒrk war Mitglied im Tierschutzverein. Auf der Generalversammlung des Vereines im April 1872 schied er jedoch aus deren Vorstand aus.cite-ref-13[13]

Auf der Generalversammlung des von seiner Frau gegrĂŒndeten Zweigvereins LĂŒbeck des VaterlĂ€ndischen Frauenvereins wurde TĂŒrk 1874 zu einem von dessen BeirĂ€ten gewĂ€hlt.cite-ref-vf-14-0[14]

Der Senat erwĂ€hlte am 13. September 1877 die Herren Doktoren Carl Andr. Hinr. Mollwo und TĂŒrk zu Mitgliedern des Medizinal-Kollegiums.cite-ref-15[15] Als solches musste er jedoch mit seiner Ernennung zum Physikus und somit Leiter des Gesundheitswesens des Stadtstaates 1880 ausscheiden. In den Jahren 1880, 1883 und 1887 wĂ€hlte man ihn zum Vorsitzenden des Ärztlichen Vereins zu LĂŒbeck.cite-ref-16[16]

Seit 1873 war TĂŒrk Mitglied der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnĂŒtziger TĂ€tigkeit. UnterstĂŒtzt von Senator Thomas Johann Heinrich Mann und dem zu frĂŒh verstorbenen Dr. med. Joh. Carl Heinr. Friedr.Hinckeldeyn beantragte er eine jĂ€hrliche Subvention in Höhe von 600 Mark fĂŒr die in der Krankenpflege besonders geschĂ€tzten Grauen Schwestern fĂŒr den Zeitraum der nĂ€chsten drei Jahre. Auf der Versammlung am 9. November 1880 wurde er genehmigt.cite-ref-17[17]

Auf der Versammlung am 31. Mai 1881 wurde die Liste der Kandidaten fĂŒr die bevorstehende BĂŒrgerschaftswahl im III. Wahlbezirk (Marien Quartier und Vorstadt St. Lorenz) am 21. Juni aufgestellt. TĂŒrk ist als einer der drei möglichen ErsatzmĂ€nner der BĂŒrgerschaftskandidaten aufgestellt worden.cite-ref-18[18]

Als Friedrich Esmarch, Chirurg und BegrĂŒnder des zivilen Samariterwesens, 1885 in der Kaufmannschaft einen Vortrag hielt, wandte er sich persönlich an die örtliche Vorsitzende des Roten Kreuzes und legte ihr die Unterweisungen im Samariterdienst nahe. Ein entsprechender Verein trat am 5. MĂ€rz unter dem Vorsitz von Louis SchĂŒtt und TĂŒrk zusammen. Es wurde vorgeschlagen, diese fĂŒr alle Seemannsschulen an der deutschen KĂŒste fĂŒr die Steuerleute obligatorisch zu machen. Auf Veranlassung des Senatoren Johannes Fehling, in sein Ressort fiel die Angelegenheit, wurden in der lĂŒbeckischen Navigationsschule beim Kaisertor die Unterweisungen als erster deutschen verbindlich eingefĂŒhrt. Das Rote Kreuz stellte hierfĂŒr bis 1892 Arzt und Lehrapparat zur VerfĂŒgung, danach ĂŒbernahm dies der Staat.cite-ref-kadl-19-0[19]

Am 6. Januar 1887, einen Tag nachdem er sein 25-jĂ€hriges PraxisjubilĂ€um begangen hatte, wurde TĂŒrk zum Mitglied der PrĂŒfungsbehörde fĂŒr ApothekengehĂŒlfen ernannt. Den Vorsitz der auf zwei Jahre gewĂ€hlten Behörde hatte er ab 1888 inne. Die beiden anderen Mitglieder sind C. A. Pfaff und Siegfried MĂŒhsam gewesen.cite-ref-20[20]

Anfang 1888 wurde die Leitung des kĂŒrzlich konstituierten LĂŒbecker Bezirksvereines des 1883 in Kassel gegrĂŒndeten Deutschen Vereins gegen den Missbrauch geistiger GetrĂ€nke bestimmt. Den Vorsitz ĂŒbernahm Heinrich Alphons Plessing, den Vorstand bildeten TĂŒrk, Ludwig Trummer, Theodor Eschenburg, Nicolaus Joachim Bernhard JĂŒrsscite-ref-21[21] und Christian Reimpell.cite-ref-22[22] Letztere Frage beschĂ€ftigte ihn, wie auch aus seinen in der Gewerbegesellschaft gehaltenen VortrĂ€gen hervorgeht, schon seit lĂ€ngerem. Bereits 1867 handelte einer â€žĂŒber die alkoholhaltigen GetrĂ€nke“.

Im Oktober 1889 kam Otto Riedel vom Medicinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelm-Institut als Stabs- und Bataillonsarzt zum lĂŒbeckischen Bataillon. 1891 ernannte ihn der Senat zum Nachfolger TĂŒrks als Stadtphysikus.cite-ref-23[23]

Familie

TĂŒrk wurde zum Hausarzt Emanuel Geibels und zĂ€hlte ihn zu seinen Freunden. Durch ihn lernte er die Schriftstellerin Emmy Eschricht kennen und heiratete sie 1867. In der Hausnummer 36, dem Haus seiner Wohnung und Praxis, unterhielten Carl und Emmy spĂ€ter zusammen einen, wie es die Erinnerungen des Schauspielers Max Grube ĂŒberlieferten, fĂŒr diese Zeit sehr aufgeschlossenen Literarischen Salon. Titus und Eva waren die Kinder des Paares.

Emmy engagierte sich in der Krankenpflege. Am 18. Juli 1870 grĂŒndete sie den aus anfĂ€nglich sieben Mitgliedern bestehenden „LĂŒbecker Frauenverein zur Pflege im Kriege verwundeter und erkrankter Krieger“.cite-ref-24[24] Die Statuten des Zweigvereins LĂŒbeck wurden vom unter dem Vorsitz der Kaiserin stehenden Hauptverein des VaterlĂ€ndischen Frauenvereins am 21. Oktober 1871 bestĂ€tigt.cite-ref-vf-14-1[14] Auf den Vorschlag der Kaiserin hin, verlieh der Kaiser, Wilhelm I., FrĂ€ulein Jenny Platzmann, Frau Stabsarzt Emmy TĂŒrk, FrĂ€ulein Friederike Elder, FrĂ€ulein Clementine von Faber, Frau Konsul Luetjens, Frau Major Baronin von Seydlitz und Frau PrĂ€sident Kierulff in Anerkennung ihrer Verdienste um die Pflege der Verwundeten im letzten Krieg das Verdienstkreuz fĂŒr Frauen und Jungfrauen und ließ es durch die kgl. General-Ordens-Commission ĂŒbersenden.cite-ref-25[25] Im Jahr darauf wurde Emmy an die Spitze des Vereins berufen. Nach der Sturmflut von 1872 veranlasste sie eine Sammlung fĂŒr die brotlos gewordenen Fischerfamilien. Mit der Anschaffung neuer FischereigerĂ€tschaften sollte diese wieder erwerbsfĂ€hig gemacht werden.cite-ref-adjdvfvrk-26-0[26] Auf der Generalversammlung am 10. MĂ€rz 1874, der Verein war zu der Zeit schon fast 180 Mitglieder groß, wurde Emmy im Amt der Vorstehenden bestĂ€tigt. Gleichfalls ist sie zur Vorstandsversammlung der vaterlĂ€ndischen Frauenvereine am 22. und 23. MĂ€rz in Berlin delegiert worden.cite-ref-vf-14-2[14] Am 22. MĂ€rz 1874, Kaisergeburtstag, wurde Emmy mit der KriegsdenkmĂŒnze fĂŒr ihre Leistungen im Kriege bei der Pflege Verwundeter ausgezeichnet. Da sie an dem Krieg als Nichtkombattantin teilgenommen hatte, war ihre MĂŒnze am Bande im Gegensatz zu der der Kombattanten aus Stahl am Nichtkombattantenband.cite-ref-fidlg-27-0[27] Wie nach der Sturmflut wurde 1876 auch fĂŒr die infolge der großen Überschwemmung in Schlesien in Not Geratenen gesammelt.cite-ref-adjdvfvrk-26-1[26] Der Vorstand – bestehend aus der Vorsitzenden sowie dem FrĂ€ulein Julie Kierulff und Frau Hauptmann A. v. RĂŒdgisch – gab am 24. Mai 1879 bekannt, dass der Verein beabsichtigte zur Feier der Goldenen Hochzeit des Kaiserpaares deren Wunsch auf GrĂŒndung einer VolkskĂŒche in LĂŒbeck in Form einer Stiftung nachkommen zu wollen.cite-ref-28[28] 1882 grĂŒndete sie die Frauen-Gewerbeschule und sollte sie bis 1894 leiten.cite-ref-adjdvfvrk-26-2[26] Die noch heute existierende Schule wurde 1970 nach Dorothea Schlözer benannt.cite-ref-29[29]

Als Esmarch anlĂ€sslich seines Vortrages 1885 ihr persönlich seine große Sache ans Herz legte, begriff sie, die als Tochter eines Schiffsreeders mit den seemĂ€nnischen Kreisen seit frĂŒhester Jugend vertraut war, umgehend, welcher Segen dem Seemannsstand aus den Unterweisungen erwĂŒchse. Als sie im April 1885 auf der Generalversammlung des Hauptvereins in Berlin war, unterbreitete sie der Kaiserin den Vorschlag an allen Seemannschulen der deutschen KĂŒste diese Unterweisung verbindlich zu machen. Die Kaiserin ergriff daraufhin die Initiative und ĂŒbersandte dem LĂŒbecker Zweigverein Geld zur Beschaffung der Lehrapparate.cite-ref-kadl-19-1[19]

Nach Carls Tod sollte sie erst wieder schriftstellerisch tÀtig werden. Novellen, Romane und ErzÀhlungen erschienen unter dem Pseudonym ihres MÀdchennamens. Andere Artikel veröffentlichte sie unter ihrem Ehenamen.

Als Kriegsveteranin wurde Emmy 1897 mit der zu diesem Zwecke am 100. Jahrestag der Geburt seines Großvaters vom amtierenden Kaiser gestifteten so genannten Centenarmedaille verliehen.cite-ref-fidlg-27-1[27]

Der Kaiser stiftete im Oktober 1898 die Rote Kreuz-Medaille in drei Klassen. Aus Anlass seines Geburtstages, 27. Januar, wurde sie an die LĂŒbecker BĂŒrger in 2. Klasse FrĂ€ulein Julie Kierulff, Frau Konsul Behncke (geborene Fehling), Frau Oberarzt TĂŒrk sowie Herrn Landrichter a. D. Priesscite-ref-30[30] und in 3. Klasse an Frau Konsul Possehl, Frau Wichmann, Herrn Rechtsanwalt Priess,cite-ref-31[31] Konsul Rehder,cite-ref-32[32] Konsul Marty,cite-ref-33[33] Dr. Hammerich,cite-ref-34[34] Dr. Hofstaetter,cite-ref-35[35] Physikus Riedel, Dr. Schorer sowie dem Kaufmann Schetelig verliehen.cite-ref-36[36]

Als Vorsitzende des Vereins nahm Emmy am IV. Verbandstag des Roten Kreuzes. vom 9. bis 11. Juni 1899 in Heidelberg unter dem Vorsitz des Karlsruher Geheimrates Otto Sachs und dem MĂŒnchener Generalmajor a. D. v. Spull als dessen Stellvertreter teil. Die BegrĂŒĂŸung fand in der AlterthĂŒmerhalle, in der sich noch Spuren des kurz zuvor abgehaltenen SĂ€ngerfestes befanden, statt. Am nĂ€chsten Tage fanden die VortrĂ€ge mit anschließenden Diskussionen in der Aula der Heidelberger UniversitĂ€t statt. Es wurde debattiert ob man das Vereinsorgan der „Frauen-Verband“, welches man in LĂŒbeck seit einiger Zeit im Lesezimmer von Niederegger fand, durch Belletristik unterhaltender werden sollte. Gustav Hauser sprach ĂŒber die „Krankenpflege auf dem Lande.“ Im Akademischen Krankenhaus fĂŒhrte die SanitĂ€tskolonne deren TĂ€tigkeit auf dem Schlachtfelde nach der Schlacht vor. Professor Szerny sprach in dem anschließenden Vortrag unter anderem von dem Fortschritt den die Behandlung von Unterleibsverletzungen im VerhĂ€ltnis zum vorhergehenden Kriege gemacht hĂ€tte. Ein Schlusstableau im Heidelberger Schloss beendete die Tagung.cite-ref-37[37]cite-ref-38[38]

Kurze Zeit spĂ€ter gab Emmy als Vorstandsvorsitzende bekannt, dass sich der Vorstand der VaterlĂ€ndischen Frauenvereine in LĂŒbeck bereit erklĂ€re, Krankenpflegerinnen auszubilden und zu leiten. Sie sollten zukĂŒnftig in der Lage sein, in NotfĂ€llen nicht nur Erste Hilfe zu leisten, sondern auch dem Arzt nach dessen Anordnungen zu unterstĂŒtzen. Die Krankenpflege auf dem Land sollte so, dem badischen Vorbild folgend, verbessert werden. Die Unterweisung in Samariterdienst war in der Hansestadt nichts Neues.cite-ref-kadl-19-2[19]

Physikus Riedel und Frau TĂŒrk schrieben Mitteilungen ĂŒber die Geschichte der Abteilungen des lĂŒbeckischen Roten Kreuzes nieder. Im Dezember 1899, nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg, erhielten sie als Anerkennung fĂŒr deren Abfassungen von der Spanischen Regierung Dankesdiplome.cite-ref-39[39]

Der letzte in LĂŒbeck erschienene Artikel von Emmy, „Brief aus Moskau“ vom 9. September 1900, kam von ihrer Reise aus Russland. An dessen Anfang berichtete sie, dass ein Blick in den Pass ihr zwar sĂ€ge, dass sie alt sei und sie den Strapazen einer Reise mit der Eisenbahn nach Moskau nicht mehr gewachsen wĂ€re, der in der Woche vom 25. August erschienene Artikel „An den Grenzen unseres Wissens“ von Paul Schellhascite-ref-40[40] sie jedoch in der AusfĂŒhrung ihres Vorhabens bestĂ€rkt hatte. In Moskau ĂŒberwĂ€ltigte sie die dort zur Schau gestellte Pracht der Goldschmiedekunst und die Goldschmiedearbeiten des Kremls erwiesen sich als deren Krönung. Von diesen erwĂ€hnte in dem Artikel zehn Goldschmiedearbeiten, sieben aus Rostock und drei aus LĂŒbeck, besonders. Am Ende ihres Artikels fasste sie ihren Gesamteindruck mit dem Zitat eines russischen Sprichworts zusammen. „Über Moskau geht nur der Kreml, ĂŒber den Kreml nur der Himmel.“cite-ref-41[41]

Emmy hatte sich aber scheinbar, entgegen ihrer Annahme zur Beginn des Moskauer Briefes ĂŒberschĂ€tzt. Auf ihrer Heimreise erkrankte sie an einer LungenentzĂŒndung. WĂ€hrend ihrer erfolglosen Genesung im Hause ihrer Tochter in Libau verstarb Emmy.cite-ref-42[42]

Weblinks

Commons

: Familiengrab TĂŒrk

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

‱ Physikus Dr. med. TĂŒrk †. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter. Jg. 32, Nr. 94, 23. November 1890, S. 557 f.
‱ Friedrich von Rohden: Der Ärztliche Verein zu LĂŒbeck. 150 Jahre Ă€rztlicher Geschichte. 1809–1959. Ärztlicher Verein, LĂŒbeck 1959.
‱ Jan Zimmermann und Nicole Bosold: Aus Freude am Helfen. 150 Jahre Rotes Kreuz in LĂŒbeck 1869–2019. DRK-Kreisverband LĂŒbeck, LĂŒbeck 2019.

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Hermann Genzken: Die Abiturienten des Katharineums zu LĂŒbeck (Gymnasium und Realgymnasium) von Ostern 1807 bis 1907. Borchers, LĂŒbeck 1907 (Digitalisat), Nr. 540
cite-note-22. ↑ Eintrag im Rostocker Matrikelportal
cite-note-33. ↑ MilitĂ€r-Wochenblatt. 1867, S. 738.
cite-note-44. ↑ Local- und vermischte Notizen. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 10. Jahrgang, Nr. 10, Ausgabe vom 5. Februar 1868, S. 64.
cite-note-55. ↑ Elke P. Brandenburg: St. Lorenz: Chronik der Vorstadt vor dem Holstentor, Verlag Schmidt-Römhild, LĂŒbeck 2001, S. 58.
cite-note-66. ↑ Local- und vermischte Notizen. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 12. Jahrgang, Nr. 52, Ausgabe vom 29. Juni 1870, S. 292.
cite-note-77. ↑ Franz BrĂŒmmer: TĂŒrk, Emmy. in: Anton Bettelheim: Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. S. 174–176.
cite-note-88. ↑ Hermann de Boor hielt fĂŒr das 2. Hanseatische Regiment Nr. 76 die Schlacht von Loigny auf einem GemĂ€lde fest. Diese Schlacht sollte in dem spĂ€ter fĂŒr das aus dem III. Bataillon entstehende LĂŒbecker 3. Hanseatische Regiment IdentitĂ€tsstiftend werden.
cite-note-99. ↑ Rang- und Quartier-Liste der Königlich-Preußischen Armee. 1875, S. 217.
cite-note-1010. ↑ Local- und vermischte Notizen. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 13. Jahrgang, Nr. 49, Ausgabe vom 28. Juni 1871, S. 280.
cite-note-1111. ↑ Local- und vermischte Notizen. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 22. Jahrgang, Nr. 1, Ausgabe vom 4. Januar 1880, S. 8.
cite-note-1212. ↑ Amtliches Beiblatt zur Deutschen militĂ€rĂ€rztlichen Zeitschrift. 9 (1880), S. 12.
cite-note-1313. ↑ Local- und vermischte Notizen. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 14. Jahrgang, Nr. 31, Ausgabe vom 17. April 1872, S. 172.
cite-note-vf-1414. ↑ Local- und vermischte Notizen. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 16. Jahrgang, Nr. 25, Ausgabe vom 29. MĂ€rz 1874, S. 154–155.
cite-note-1515. ↑ Local- und vermischte Notizen. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 19. Jahrgang, Nr. 77, Ausgabe vom 26. September 1877, S. 440.
cite-note-1616. ↑ Rohden (Lit.), S. 221
cite-note-1717. ↑ Gesellschaft zur Bef. gemeinnĂŒtz. ThĂ€tigkeit. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 22. Jahrgang, Nr. 90, Ausgabe vom 10. November 1880, S. 518.
cite-note-1818. ↑ Local- und vermischte Notizen. In LĂŒbeckische BlĂ€tter; 23. Jg., Nummer 44, Ausgabe vom 1. Juni 1881, S. 300.
cite-note-kadl-1919. ↑ Krankenpflegerinnen auf dem Lande. von Emmy TĂŒrk in: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 41. Jahrgang, Nr. 32, Ausgabe vom 2. August 1889, S. 399–400.
cite-note-2020. ↑ Local- und vermischte Notizen. In LĂŒbeckische BlĂ€tter; 29. Jg., Nummer 103, Ausgabe vom 25. Dezember 1887, S. 559–560.
cite-note-2121. ↑ JĂŒrss war als Inhaber der Firma J. J. JĂŒrss Kaufmann einer Kolonialwaren-Handlung.
cite-note-2222. ↑ Local- und vermischte Notizen. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter. 30. Jahrgang, Nr. 9, Ausgabe vom 29. Januar 1888, S. 56.
cite-note-2323. ↑ Local- und vermischte Notizen. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 33. Jahrgang, Nr. 30, Ausgabe vom 11. MĂ€rz 1891, S. 116.
cite-note-2424. ↑ Walter Hagenström: 60 Jahre SanitĂ€tsbereitschaften vom Roten Kreuz in LĂŒbeck. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter. 94. Jahrgang, Nr. 88, S. 195–198, hier S. 198.
cite-note-2525. ↑ Local- und vermischte Notizen. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 13. Jahrgang, Nr. 83, Ausgabe vom 15. Oktober 1871, S. 460.
cite-note-adjdvfvrk-2626. ↑ Aus dem Jahresbericht des VaterlĂ€ndischen Frauenvereins vom Rothen Kreuz. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 43. Jahrgang, Nr. 5, Ausgabe vom 3. Februar 1901, S. 58–59.
cite-note-fidlg-2727. ↑ Frauen in der LĂŒbecker Geschichte
cite-note-2828. ↑ Local- und vermischte Notizen. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 33. Jahrgang, Nr. 30, Ausgabe vom 11. MĂ€rz 1891, S. 191.
cite-note-2929. ↑ Dorothea-Schlözer-Schule
cite-note-3030. ↑ Joach. Ludo. Albr. sen. Priess
cite-note-3131. ↑ Georg Albr. jr. Priess
cite-note-3232. ↑ James Carl Rehder
cite-note-3333. ↑ Wilhelm Marty
cite-note-3434. ↑ Ad. Joh. Carl Hammerich
cite-note-3535. ↑ Ed. Carl. Gust. Hofstaetter
cite-note-3636. ↑ Lokale Notizen. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 41. Jahrgang, Nr. 6, Ausgabe vom 5. Februar 1899, S. 67.
cite-note-3737. ↑ Vom IV. Verbandstage des Rothen Kreuzes in Heidelberg. von Emmy TĂŒrk in: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 41. Jahrgang, Nr. 25, Ausgabe vom 18. Juni 1899, S. 308–310.
cite-note-3838. ↑ Vom IV. Verbandstage des Rothen Kreuzes in Heidelberg. (Schluß.) von Emmy TĂŒrk in: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 41. Jahrgang, Nr. 26, Ausgabe vom 25. Juni 1899, S. 319–320.
cite-note-3939. ↑ Lokale Notizen. In: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 41. Jahrgang, Nr. 49, Ausgabe vom 3. Dezember 1899, S. 637.
cite-note-4040. ↑ Paul Schellhas publizierte 1908 im Hartleben Verlag in Wien das Buch: „An den Grenzen unseres Wissens. Dunkle Gebiete der Menschheitsgeschichte“
cite-note-4141. ↑ Brief aus Moskau. von Emmy Tuerk in: LĂŒbeckische BlĂ€tter, 42. Jahrgang, Nr. 38, Ausgabe vom 16. September 1900, S. 509–510.
cite-note-4242. ↑ An diesem Punkt ist die Geschichte allerdings unstimmig. Ihrer Seite auf Wikipedia ist zu entnehmen, dass sie nur eine Tochter hatte. Evas Seite entnehmen wir, dass sie zu jener Zeit mit Wolf Ernst Hugo Emil von Baudissin verheiratet war. Dieser lebte als Offizier bis 1899 in Schleswig und dann bis 1906 in Dresden. Nirgends gibt es einen Hinweis darauf, dass sie je in der Kurland gelebt hĂ€tte. Titus scheidet auch aus.